"Wie schreibe ich ein Sachbuch?"

Werkstattbericht vom Treffen am 3. März 2005

Das März-Treffen unseres Fachausschusses widmete sich dem Thema "Wie schreibe ich ein (Sach-)Buch und werde damit reich und berühmt?" Eine Anleitung dazu lieferten Wiebke Eden, die Bücher über Journalistinnen und Schriftstellerinnen geschrieben hat ("Im Gespräch: Journalistinnen" und "Keine Angst vor großen Gefühlen", beide edition ebersbach) und gerade an einem Roman arbeitet, und Mareike Knoke, Autorin von "Tempelhof - Das fliegende Herz Berlins" (Prestel Verlag).

Den einen Königsweg zum erfolgreichen Sachbuch gibt es nicht - außer man haut ein Machwerk wie Susanne Fröhlichs "Moppel-Ich" raus und präsentiert es penetrant-patent bei einschlägigen Softtalkern - aber die Referentinnen konnten zahlreiche probate Ratschläge geben.

Am Anfang steht die Themenfindung, im Idealfall hat man schon über ein Thema gearbeitet und vertieft es, aus einem Porträt in einer Zeitung wird ein Roman. Oder, als Beispiel, wer sich journalistisch mit Schwangerschaft, Geburt und Kindern beschäftigt, greife sich eine Hebamme als Co-Autorin und kreiße einen Ratgeber. Zeitlose Themen wie "Moppel-Ich" gehen natürlich immer.

Der nächste Schritt ist das Exposé, neben der Skizzierung des Inhalts (eventuell ein Kapitel vorlegen) müssen folgende Fragen beantwortet werden: Was ist neu? Wie hoch ist der Arbeitsaufwand? Fallen Reisekosten an? Seitenumfang? Zielgruppe? Außerdem sollten Autorin oder Autor eine Vita beilegen, die die Kompetenz für das vorgeschlagene Thema belegt. An einen Verlag kann man sich direkt oder mittels eines Agenten wenden, Letztere nehmen in der Regel 15 Prozent Provision, können aber besser verhandeln, vor allem, was Rechte und Vermarktung angeht.

Ist ein Verlag gefunden, wird ein Vertrag aufgesetzt. Das Honorar wird als Pauschale oder prozentualer Anteil gezahlt. Bei einer Pauschale ist es üblich, die Hälfte bei Abgabe des Manuskripts und die andere Hälfte bei Erscheinen zu zahlen, Vorschüsse sind verhandelbar. Bei prozentualen Vereinbarungen gibt es eine Spanne von sieben Prozent (schlecht verhandelnder Erstlingsautor) bis 15 Prozent (Günter Grass). Außerdem regelt ein Vertrag Rechte bei Übersetzungen, Lizenzen sowie der Ton-, Bild- und Online-Verwertung.

Es folgt die Phase der zurückgezogenen Arbeit. Ist das Werk schließlich auf dem Markt, lässt sich über das Verlagsmarketing hinaus Aufmerksamkeit erregen, etwa durch Artikel über das Buchthema in Zeitungen und Zeitschriften oder TV-Präsenz. Schafft es das Buch in die Top Ten der Sachbuch-Bestsellerliste, dürfte es eine Auflage von 400 000 bis 600 000 Exemplaren haben, die Top Ten der Belletristik logiert im Millionenbereich.

 

Buchempfehlungen:

Manfred Plinke: Handbuch für Erstautoren, Autorenhaus Verlag

http://www.autorenhaus.de

Sandra Uschtrin, Michael Joe Küspert (Hrsg.): Handbuch für Autorinnen und Autoren, Uschtrin Verlag

http://www.uschtrin.de

Susanne Fröhlich: Moppel-Ich, Krüger Verlag.

http://www.fischerverlage.de.