Muttitasking!

Im Oktober befasste sich der Fachausschuss "Freie" mit der Frage: "Freier Journalismus und Kinder - geht das?" Alles eine Frage der Organisation, so der Tenor der Referentin Meike Bruhns, freie Journalistin und Mutter einer anderthalb jährigen Tochter, Muttitasking ist gefragt!

Wer Kinder aufzieht und arbeitet, sollte den Tag gut strukturieren: also arbeiten, wenn das Kind in der Kita rumtobt. Oder nachts schreiben, wenn das Kind schläft. Kinder setzen zusätzliche Energien frei, sagt Meike Bruhns: "Nur Kind ist mir zu wenig, nur Arbeit aber auch." Gute Erfahrungen machten die Kolleginnen damit, mit der Schwangerschaft in den Redaktionen offensiv umzugehen - sie bekamen mehr Aufträge, quasi ein Schreiben auf Vorrat.

Aus dem Paralleluniversum Mutter entsteht ein neuer Blickwinkel auf die Welt und damit auch auf Themen, "Mama-Themen" wie das "Tagesbetreuungsgesetz" oder "Urlaub mit Kindern" kommen Müttern plötzlich in den Sinn. Schreibende Väter hingegen haben eher einen Hang zur ironisch-distanzierten Umgehensweise mit ihren Kindern, was sich in einschlägigen Büchern von Harald Martenstein, Axel Hacke oder Hajo Schumacher nachlesen lässt.

Geheimtipp: Verschollene Kolleginnen finden sich eventuell sandkuchenbackend auf dem Spielplatz am Ludwigkirchplatz.

 

Sonja Beckmann | 11.10.2005