Krisen-PR, Teil II: Erfolgreiche Strategien
In diskussionsfreudiger Atmosphäre traf sich am 18.05. der Fachausschuss Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zusammen mit einigen Gästen des Berliner Pressesprecherverbandes zu einem Roundtable in der Geschäftsstelle des Vereins Berliner Journalisten. Praxisorientiertes und sehr aktuelles Thema diesmal: "Erfolgreiche Strategien der Krisen-Kommunikation".
Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Projektleiter bei der dpa-Tochter newsaktuell für den speziell zur Krisen-PR entwickelten Service ots7/24 und daher Experte, erläuterte sehr konkret die Strategien, um auf Krisensituationen kommunikativ vorbereitet zu sein. Er listete die Fehler auf, die eine Kommunikation im Ernstfall schnell und nachhaltig aus dem Ruder laufen lässt: falsche Einschätzung von Themen mit Krisen-Potenzial, falsches Timing der Presseinformationen, unüberlegte Verknüpfung von positiven und negativen Nachrichten, mangelnde Koordination und Beratungsresistenz führender Personen - was auch und sogar bevorzugt den "ganz Großen" passieren kann; man denke an die aktuellen Kommunikations-Desaster von Visa-Affäre und Auswärtigem Amt bis zu Ackermann und dem nachhaltigen Imageschaden für die Deutsche Bank.
Dass aber selbst langjähriger Aufbau eines Krisen-Aktionsplans und eines positiven "Renommee-Kapitals" (welches im Ernstfall allerdings sehr schnell aufgezehrt ist) sowie die besten Kontakte keinen echten Konflikt aus der Welt schaffen können, gehört zu den Faustregeln, die man kennen muss. Im Ernstfall hilft nur eines wirklich: handwerkliche, professionelle Excellenz in allen Schritten der aktiven Krisen-Kommunikation, vom Timing bis zu einer bewussten Transparenz aller Maßnahmen.
Fazit einer Pressesprecherin: "Beruhigend, dass auch die 'Großen' nur mit Wasser kochen können." Wohl wahr - nur verschütten darf man das kochende Wasser dabei nicht...
[Dieter zurstraßen 05/2005]



