Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten
DJV-Fachtagung
Junge Journalisten gestalten Zukunft
24 Stunden Zukunft – unter diesem Motto kamen am 9. und 10. Mai über 120 junge Journalistinnen und Journalisten auf Initiative des Fachausschusses "Junge" des DJV in Würzburg zusammen.
In Diskussionen und Workshops befassten sich die jungen Journalisten aus ganz Deutschland mit Onlinejournalismus, Interviewtechniken, Selbstmarketing und juristischen Fallstricken.
Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit online, sensibilisierte die Teilnehmer für eine offenere Sichtweise auf neue Medien. Wer heutzutage als junger Journalist starte, müsse auch wissen, was sich hinter Twitter und Facebook verbirgt.
Professor Christoph Fasel entwickelte in seinem Impulsreferat die These: „Neue Formate verändern das journalistische Berufsbild. Es besteht die Gefahr, dass die Inhalte ins Hintertreffen geraten.“ Auf dem Podium diskutierte er mit Markus Peichl (Liebling/Lead Awards), Susanne Matthiesen (dpa audio & video service), Steffen Grimberg (taz) und Ivo Knahn (Main Post) Flops und Trends am Medienmarkt. Der Journalismus, so beschlossen alle, müsse sich über neue Funktionen Gedanken machen, nicht nur über neue Formate.
Unter allen Teilnehmern der DJV-Fachtagung bestand Einigkeit, dass gerade in der gegenwärtigen Krise journalistische Qualität gefragt ist. Eine Online-Dokumentation von „24 Stunden Zukunft“ steht auf www.djv.de/2009-24-Stunden-Zukunft.2918.0.html
05/2009
Mentorenprogramm gestartet
VBJ-Nachwuchsförderung
In Berlin ist am Wochenende das erste kostenlose Mentorenprogramm im Deutschen Journalisten-Verband (DJV) gestartet. Der Verein Berliner Journalisten (VBJ) Landesverband des DJV, hat zehn renommierte Kolleginnen und Kollegen aus Print, Rundfunk und Pressestellen gewonnen, die dem Nachwuchs unter die Arme greifen. Zehn junge Journalisten haben ein Jahr lang die Chance, in persönlichen Gesprächen ihre berufliche und persönliche Entwicklung voranzutreiben. Als erster DJV-Landesverstand gestaltet der das Mentoring für die Teilnehmenden kostenfrei – basierend auf dem ehrenamtlichen Engagement der Mentoren. „Unsere Branche entwickelt sich dramatisch. Es ist unsere Pflicht, dem journalistischen Nachwuchs zu helfen und gemeinsam die Qualität unserer Arbeit zu sichern“, sagt Tissy Bruns, leitende Redakteurin des „Tagesspiegel“. Peter Hill, Teamleiter der Berliner ZDF-Pressestelle, betont den Vorteil, den das Programm ihm als Mentor bietet: "Für mich geht es um Neugier auf den Nachwuchs. Ich möchte nicht den Anschluss verlieren an die nächste Generation."
Ebenfalls als Mentoren engagiert sind: Brigitte Fehrle („Die Zeit“), Thomas Franke (freier Rundfunkjournalist), Hartmut Jennerjahn (Deutschlandradio Kultur), Jutta Kramm (Berliner Zeitung), Annette Rogalla (IGES Institut), Petra Schmitz und Johannes Unger (beide rbb-Fernsehen) sowie Hermann-Josef Tenhagen („Finanztest“).
Initiiert und organisiert haben das - Mentorenprogramm Mirjam Stegherr und Stefan Boltz vom Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten mit der Unterstützung des Vereins-Vorstands. Neben dem bieten bislang die DJV-Landesverbände in NRW und Bayern Mentorenprogramme für den journalistischen Nachwuchs an.
10/2008
Zu Gast beim Berliner Presse Club II
Am vergangenen Mittwoch öffnete der Berliner Presse Club zum zweiten Mal die Pforten für junge Journalisten des VBJ und des Brandenburger Journalisten-Verbands. Zu einem Abend der Reihe "As time goes by ... - Mitglieder des Berliner Presse Clubs erinnern sich" lud die Vorsitzende Evelyn Fischer 15 "Junge" exklusiv ein. Aus dem Nähkästchen plauderten Joachim Stoltenberg, Hauptstadtkorrespondent in Bonn von 1977 bis 1988, und Stephan Detjen, 1999 bis 2004 Parlamentskorrespondent in Berlin.
Joachim Stoltenberg, Vorstandsmitglied des Presse Clubs, war für das Hamburger Abendblatt als Büroleiter in Bonn tätig. Obwohl er seit 2006 pensioniert ist, schreibt er weiterhin für die Berliner Morgenpost und Die Welt, deren Chefkorrespondent er seit 2001 war. Stephan Detjen ist Leiter von "Aktuelle Kultur" beim Deutschlandradio Kultur und designierter Chefredakteur beim Deutschlandfunk. Der Fachausschuss "Junge" bedankt sich noch einmal herzlich, für die Möglichkeit, dabei gewesen zu sein.
[23.04.2008]
Hans-Martin Tillack ("Stern") zu Gast beim Roundtable
Recherchen gegen Korruption
Über zu wenig Kritik deutscher Medien an der EU-Verwaltung, über Recherchen zu Korruption und Quellenschutz für Journalisten diskutierte gestern Abend Hans-Martin Tillack, Redakteur im Hauptstadtbüro des "Stern", mit dem Fachausschuss "Junge". Der Anlass: Vor Kurzem gewann Tillack, dessen Büro und Wohnung in Brüssel 2004 von der Polizei durchsucht worden war, seinen Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Die EU-Kommission hatte herausfinden wollen, wer seine anonymen Quellen waren, mit deren Hilfe er immer wieder Unregelmäßigkeiten ausgerechnet in der EU-Antikorruptionsbehörde OLAF aufdeckte. Tillack schilderte beim Roundtable den Ablauf einer regelrechten Kampagne gegen ihn. Sie mündete in den Vorwurf des "Scheckbuchjournalismus". Obwohl es dafür weder Belege noch Zeugen gab, reichte das Gerücht aus, um sein gesamtes Archiv zu durchsuchen. Der anonyme Informant, dem Tillack, so sagt er, nicht mehr als "einmal einen Kaffee bezahlt hat", wurde dennoch nicht gefunden.
In der angeregten Diskussion mit den rund 20 jungen Journalistinnen und Journalisten gab Tillack auch Tipps, wie man sich und seine Informanten schützen kann. Allerdings: Durchsuchungen blieben immer eine Gefahr, denn: "Ich kann ja nicht mein ganzes Archiv in einem Erdloch verstecken."
Als Rechercheur hat Tillack, der seit 1993 beim "Stern" ist, immer wieder zu Korruption gearbeitet. Seine Erfahrung allerdings: In Brüssel stieß das Thema bei anderen deutschen Blättern (wie "Zeit" und SZ) auf erheblich weniger Interesse als bei den Kollegen anderer EU-Länder. Seine These: die Deutschen wollten "keine schlechten Europäer sein" und meinten, "die EU-Behörden grundsätzlich vor Kritik schützen zu müssen".
Generell sei die journalistische Atmosphäre in Brüssel eher unkritisch. Der Grund: Es fehlt die Parteienkonkurrenz, weder zur Kommission noch im EU-Parlament gibt es eine Opposition. Weder die SPD noch Daniel Cohn-Bendit von den Grünen hätten ihn und den "Stern" in ihrem Kampf gegen OLAF und die belgische Polizei nach den Durchsuchungen unterstützt.
Auch seit er wieder in Deutschland recherchiert, macht Tillack die Erfahrung, dass Medien und Öffentlichkeit eher zurückhaltend reagieren: Recherchen zu Wirtschaftskriminalität stießen – wie beim Fall Siemens 2004/2005 meist erst dann auf Widerhall, wenn auch die Staatsanwaltschaft schon ermittele.
16.01.2008
"Warum Axel Springer Akademie?"
Diese Frage diskutierte der FA Junge am 13. Juni im Café "Journal" mit Rudolph Porsch, dem Geschäftsführer der Axel Springer Akademie. Warum sie nicht mehr Journalistenschule Axel Springer heißt, was die Umstellung bedeutet, und viele Fragen rund ums Thema mehr beantwortete Porsch im kleinen Kreis.
07/2007
"Ohne West-Korrespondenten keine Wende im Osten?"
Im Rahmen der Podiumsdiskussion "As time goes by ..." erinnerten sich am 18. April Mitglieder des Berliner Presseclubs (BPC) an ihre Zeit als Korrespondenten - und tauschten sich mit Nachfolgern und Kollegen aus.
15 Plätze hatte der FA "Junge" für diese Podiumsdiskussion ergattert. Der BPC zeigte Ausschnitte aus der ZDF-Sendung "Antenne West – Das Fernsehen und die Einheit" von Joachim Jauer. Er war damals Korrespondent in Ostberlin und seit vielen Jahren BPC-Mitglied. Im Anschluss diskutierte der Autor mit ehemaligen Ost-Korrespondenten wie Peter Pragal ("Süddeutsche Zeitung") und Karl-Heinz Baum ("Frankfurter Rundschau") über ihre Rolle bei der großen Zeitenwende und über den Umgang von Journalisten mit einer solchen Verantwortung. Bei Snacks und Wein endete der Abend mit Gelegenheit zum Nachfragen und Networken.
05/2007
Freie Journalisten im Ausland
Beim gemeinsamen Stammtisch der "Jungen" und "Freien" im Mai erzählten Alexander Budde und Agnes Bührig über ihr Journalistenleben in Schweden. Sie leben in Stockholm und arbeiten vorwiegend für den Hörfunk. Ihre Themen suchen sie nicht nur in Skandinavien, auch das Baltikum gehört zu ihrem Beritt. Budde ist Mitglied bei den Weltreportern, einem Netz freier Korrespondenten, die für deutschsprachige Medien aus aller Welt berichten. Bührig und Budde haben - ein Musterbeispiel gelungener Zweitverwertung ihrer Beiträge - ein amüsantes Buch geschrieben: "Schweden. Eine Nachbarschaftskunde", erschienen im Ch. Links Verlag.
Das Netzwerk: www.weltreporter.net
05/2007
"Jungen"-Stammtisch 2007 eröffnet
Der FA "Junge" eröffnete seinen Stammtisch in diesem Jahr am 22. Februar an einem neuen Ort: im "Wahlkreis" www.wahlkreis.com/kontakt.php. Die Kneipe im Regierungsviertel ist als legerer Treffpunkt der jungen Politszene bekannt. Hier ist es nicht nur gemütlich, sondern auch interessant - dank bunter Exponate und prominenter Gäste.
02/2007
Volo-Tag des VBJ
Zum Abschluss ein Kamingespräch mit Ulrich Jörges ("Stern")
30 Volontäre und junge Freie trafen sich am vergangenen Samstag in der VBJ-Geschäftsstelle. Das Seminar unter dem Namen "Volo-Tag" bot ihnen zwei journalistische Module ("Redigieren" und "Stilkritik"), in einem weiteren Block wurden Bewerbungsgespräche und Telefonakquise simuliert. Außerdem konnten die Teilnehmer/innen sich informieren, wie die Gründung eines Journalistenbüros welche Vorteile bringen kann.
Zum Abschluss gab es die Chance, im "Kamingespräch" mit Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Hauptstadtbüros des "Stern", zu diskutieren. Bereits die Einstiegsfrage aus der Runde kam recht forsch daher: "Manche sagen, Sie seien der heimliche Chefredakteur. Stimmt das?" Jörges ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und stellte klar, dass der "Stern" aus etlichem mehr als der Berichterstattung über Hauptstadtpolitik bestehe: "In alles andere außerhalb der Politik mische ich mich nicht ein." Die Diskussion indes kreiste nicht zuletzt darum, wie Magazine und Wochenblätter heute mit den neuen Herausforderungen durch das Internet oder durch modernisierte Tageszeitungen, die immer mehr Hintergrund liefern, umgehen müssen.
Der überwiegende Teil der teilnehmenden Jungjournalisten waren VBJ-Mitglieder. Für sie war das Tagesseminar kostenlos.
23.01.2007
Zwangsdiät für Nachrichten? FA "Junge" im Gespräch mit Jutta Kramm
Am 12. Dezember hat der Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten gewählt: Die versammelten Mitglieder bestätigten einstimmig Mirjam Stegherr als Vorsitzende und Stefan Boltz als stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen.
Im Anschluss an die turnusmäßige Wahl begrüßte der Fachausschuss Jutta Kramm zu einem informellen Adventsgespräch. Jutta Kramm ist Nachrichtenchefin bei der Berliner Zeitung, deren Verlag als erstes deutsches Zeitungshaus von ausländischen Finanzinvestoren gekauft wurde. Heuschrecken und journalistische Qualität: Jutta Kramm verriet, warum das kein Widerspruch sein muss und wie sich junge Journalisten auf die Entwicklungen der Branche einstellen können.
Weitere Berichte
Der Fachausschuss

- Mirjam Stegherr, Stefan Boltz | © Wilhelm
Viele suchen einen Weg in den Journalismus. Aber welcher ist der richtige? In den Debatten um Qualitätsoffensive und Branchenverfall möchte der Fachausschuss "Junge Journalistinnen und Journalisten" den Blickwinkel der neuen Generation einbringen. Mehr Qualität in der Ausbildung, mehr Rechte in der Anstellung und bessere Zukunftschancen für jeden Einzelnen - das sind Ziele der "Jungen". Aber auch Kompromisse und Alternativen müssen her, wo engstirnige Forderungen an der Realität scheitern. Der Fachausschuss bietet eine Plattform für alle Interessenten, vernetzt Branchenkenner und Nachwuchs und bringt sich ein, um Zukunft zu gestalten.
Kontakt
Vorsitzende Mirjam Stegherr: mirjam.stegherr(at)freenet.de
Stellvertreter Stefan Boltz: stefan.boltz(at)web.de







