Roundtable "Generation Praktikum"
In Stellenanzeigen werden ganz unverhohlen Praktikanten angeworben für Tätigkeiten, die früher mit Festgehalt oder Honorar vergütet wurden. Besonders dreiste Anzeigen wurden zu Beginn des Roundtables am vergangenen Dienstag bei einer Powerpoint-Präsentation gezeigt. Es blieb einem schon das Lachen im Halse stecken, wenn man Anzeigen sah, in denen "Jahrespraktikanten" gesucht werden oder ein "Praktikum in Heimarbeit" angeboten wird.
Frank Schneider, Vorstandsvorsitzender der Praktikanten-Organisation "Fairworks", stellte dann seine Organisation vor. Sein Tipp: Kein Praktikum nach dem Studium, denn dann sollte ein regulärer Job angeboten werden. Während des Studiums seien 1-3 Praktika allerdings empfehlenswert. Nach welchen Kriterien sollte ein Praktikum ausgesucht werden? Als Orientierung kann dabei die "Checkliste Journalistisches Praktikum" des DJV dienen. "Fairworks" selbst arbeitet an Kriterien, nach denen Praktika zertifiziert werden könnten.
Einigkeit herrschte in der Diskussion, dass ein unbezahltes Praktikum nicht per se schlecht sein muss, wenn die Zeit kurz ist und die Tätigkeiten vielfältig. Ebenso könnten sich auch ehrenamtliches Engagement und/oder eine soziale Tätigkeit bezahlt machen.
Einer der Gäste, Carel Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, stellte außerdem das Traineeprogramm "praxis4" vor, das er programmverantwortlich betreut. Dabei geht es um die Qualifizierung von Nachwuchsjournalisten für Verbraucherthemen. Säulen dieser einjährigen Ausbildung sind vier Praktika in Print, Fernsehen, Hörfunk und Pressestelle.
Links zum Thema:
www.djv.de/Checkliste_Praktikum.1543.0.html
06.03.2007



