Bericht vom FA-Treffen am 09. Februar 2005
Zum ersten Brainstorming in diesem Jahr traf sich am 9. Februar der Fachausschuss Print unter dem Vorsitz von Steffen Grimberg und Alexander Sosnowski. Ziel des Treffens war in erster Linie, gemeinsam erste Schwerpunkte für die künftige inhaltliche Arbeit zu entwickeln und den weiteren Aufbau des Ausschusses zu besprechen. Im Kern verständigten sich die Anwesenden darauf, das Jahr 2005 vor allem dem Thema "Zukunft der Zeitung" - auch im europäischen Vergleich - zu widmen.
So will der Ausschuss unter anderem das noch junge Zeitungsprojekt "Welt kompakt" genauer unter die Lupe nehmen und zusammen mit ausländischen Korrespondenten über ähnliche neue Tabloid-Formate in anderen Ländern diskutieren. Weiterer Punkt war das Phänomen der "Blogger": Wie sehen die ersten Erfahrungen mit diesem neuen Instrument der Öffentlichkeit im Netz aus, welchen "content" decken sie in welcher Form ab und was bedeutet das z.B. für die Recherche im Netz? Verändern Blogger die Wahrnehmung medialer Informationen oder sind sie lediglich eine Modeerscheinung?
Schließlich will der Fachausschuss die Grauzone zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung unterschiedlichster Formen ausleuchten. Anzeigentexte im Zeitungslayout, "Pressemitteilungen" von Unternehmen als Schleichwerbung oder "redaktionelle Berichte" über Anzeigenkunden: Die aktuellen Trends und Facetten moderner Lobbyarbeit und deren Konsequenzen für Journalisten soll eine Diskussionsrunde mit Redakteuren, Vertretern von Anzeigenabteilungen bzw. Lobbyisten aufgreifen. Alexander Sosnowski berichtete hier von einem spannenden Experiment aus Russland, für das kürzlich eigens konzipierte Texte in mehrere russische Zeitungen lanciert wurden: Legt man über diese Texte eine spezielle Lochmaske, so erscheint immer der gleiche Satz, der sinngemäß etwa lautete: "Diese Zeitung ist käuflich". Der Ausschuss ist brennend interessiert, in der nächsten Sitzung mehr über diesen Fall zu erfahren.
[02/2005]



