Bericht von der 1. Mitgliederversammlung
am 19. November 2004
Die Mitgliederversammlung hat Gerhard Kothy als Vorsitzenden des Vereins mit 79 gegen eine Stimme wiedergewählt. Auch der übrige Gründungsvorstand bekam ein ähnlich deutliches Vertrauensvotum. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Dr. Christine Kolmar und Reinhard Heitzmann in ihren Ämtern bestätigt. Schatzmeister Martin Gosen und Schriftführer Alexander Fritsch wurden wiedergewählt, ebenso die Beisitzer Tobias von Heymann, Max Kohr, Nicole Ritter und Matthias Thiel.

- Bundesvorsitzender Michael Konken
begrüßte die Versammlung [© M. Kohr]
Zu Beginn der Versammlung in der Katholischen Akademie an der Hannoverschen Straße erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in seinem Grusswort: "Der Verein Berliner Journalisten ist jetzt ein vollwertiger Landesverband des DJV". Mit ihm habe der DJV wieder einen "kompetenten und schlagkräftigen Partner" in der Hauptstadt. Konken hob als gemeinsame Aufgabe hervor: "Schulter an Schulter werden wir gegen die Aufweichung der Tarifverträge angehen."
Als Gäste waren ausserdem neben dem DJV-Hauptgeschäftsführer Hubert Engeroff mehrere DJV-Landesvorsitzende und Landesgeschäftsführer nach Berlin gekommen. Eingeladen hatte der VBJ auch den Bundesvorstandssprecher des Verbandes der Jugendpresse Deutschland, Björn Richter. Er betonte, dass der Berliner Altverband des DJV unter den jungen Journalisten kaum aktiv gewesen sei. Deshalb freue ihn besonders die jetzt vereinbarte Kooperation mit dem Verein Berliner Journalisten mit konkreten Projekten, wie der geplanten "Zeitzeugenbörse".

- Wiedergewählt: Gerhard Kothy [© M. Kohr]
Verbunden mit einem besonderen Dank an den Bundesvorstand und die anderen Landesverbände für die Unterstützung und die hervorragende Zusammenarbeit berichtete Kothy ueber die ersten Monate des Vereins Berliner Journalisten. Seit dem Auftrag zum Aufbau eines neuen DJV-Landesverbandes durch den Verbandstag am 16. Juli in Frankfurt hat der Verein mittlerweile einen Stand von 428 Mitgliedern erreicht. Auf die Gründungsphase folge ("Jetzt sind wir im DJV angekommen") die Wachstumsphase. Vor allem in den Berliner Verlagshäusern, wo der 'Alt-DJV' traditionell nicht ausreichend repräsentiert war, wolle der Verein jetzt besonders aktiv werden.
Mit Blick auf den aus dem DJV ausgeschlossenen alten Verband (der nach einer einstweiligen Verfügung des Berliner Landgerichts bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren vorläufig wieder als Landesverband eingesetzt wurde) sagte Kothy, "fuer Versöhnung ist die Zeit noch nicht reif". Bisher sei von den Unregelmässigkeiten und Manipulationen nichts aufgeklärt. Darüber hinaus werde der Vorstand des Altverbands von Mitgliedern des Verbands Junger Journalisten (VJJ) dominiert. "Mit dem VJJ können wir keinen Vereinigungsparteitag machen", stellte Kothy klar.

- Der Vorstand wurde im Amt bestätigt: T. von Heymann, G. Kothy, M. Thiel, C. Kolmar, M. Gosen, R. Heitzmann, M. Kohr, A. Fritsch (vlnr) (fehlt: N. Ritter) [© M. Kohr]
Die Mitgliederversammlung beschloss später am Abend die Unvereinbarkeit einer Mitgliedschaft im VJJ und unserem VBJ. Dies sei, so sagte Alexander Fritsch in der Debatte, nach den vorangegangen Masseneintritten von VJJ-Mitgliedern in die Altverbände Berlin und Brandenburg mit dem Ziel der Wahlbeeinflussung "eine Frage der Selbstachtung".
Die ebenfalls wiedergewählte Vorsitzende des Aufnahmeausschusses, Dr. Gesine Dornblüth, berichtete, der Aufnahmeausschuss habe in insgesamt 21 Sitzungen seit Juli rund 430 Mitglieder aufgenommen (zwei davon sind wieder ausgetreten). Nur 18 Anträge mussten abgelehnt werden, in der Regel deshalb, weil die Antragsteller keine hauptberufliche journalistische Tätigkeit nachweisen konnten. Man werde jedoch jungen Journalisten, die noch nicht von ihren Einkünften leben können, den Einsteig ermöglichen. Mit seiner genauen Prüfungspraxis wolle der Aufnahmeausschuss aber zugleich den Vorstand auffordern, sich fuer klare Qualitätsstandards im Journalismus einzusetzen.
Schatzmeister Martin Gosen, der bereits mit der Einladung zur VBJ-Mitgliederversammlung eine erste Gewinn- und Verlustrechnung des Vereins vorgelegt hatte, betonte in seinem Bericht die Grundsätze Professionalität und Transparenz. Von den Ansprüchen, die der DJV an einen Hauptstadtverband stellen müsse, dürften keine Abstriche gemacht werden, auch wenn sich der Verband derzeit erst teilweise aus Mitgliedsbeiträgen finanzieren könne. Er dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich für die Anschubfinanzierung, nicht ohne hinzuzufügen: "Wir wollen uns möglichst schnell finanziell unabhängig machen".
In einer Reihe von Abstimmungen beschlossen die Mitglieder unter anderem die Beitrags- und die Fachausschussordnung. Weiterhin legten sie fest, dass der Verein Berliner Journalisten die Berufsorganisation und Gewerkschaft hauptberuflich tätiger Journalistinnen und Journalisten in Berlin ist. Entsprechend wurde die Satzung mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit geändert. Ausserdem wählte die Versammlung die Delegierten für den DJV-Verbandstag.
Am Rande der Veranstaltung verlängerte der Verein Berliner Journalisten erstmals die Presseausweise der anwesenden Mitglieder. Alle anderen können sich an die Geschäftsstelle in der Friedrichstraße wenden.
Noch am Abend kündigte der Vorsitzende Gerhard Kothy das Ende des Provisoriums an. Für Anfang kommenden Jahres ist der Umzug in neue Räume in Berlin-Mitte geplant.



